Geschichte

Kleine Chronik des Langenberger Geflügelzuchtvereins

Den Langenberger Geflügelzuchtverein gibt es bereits seit 1871. Dort schlossen sich Halter und Züchter jeder Couleur zusammen. Wegen der völlig anders gelagerten Zielsetzungen und Wertungen machten sich die Brieftaubenfreunde schon ein Jahr später unter dem Namen Faunaú selbstständig, um ihre eigenen Interessen besser verwirklichen zu können.

Aufgrund der bescheidenen Verhältnisse hielt man so nach der Vereinsgründung neben diversen Tauben hauptsächlich robuste bergisch-westfälische Rassen. Der Mittelstand und Adel machte daraus ihre Liebhaberei und natürlich prima Geschäfte. So wurde Leistung gefördert und es gab weiteren Auftrieb.

So bekam der Langenberger Verein schon vor der Jahrhundertwende personell und züchterisch immer mehr Oberwasser. Der erste Weltkrieg machte dem Vereinsleben abrupt ein Ende und es kam zum Erliegen. Jedoch kurz nach Kriegsende fand man sich wieder zusammen. Schon im März 1919 rief ein Komitee in die Vogtei bei Grünwald zur Gründung eines Rassegeflügelzuchtverein auf.

1921 wurden wieder Schauen abgehalten, die mit Unterbrechungen bis zum 100-jährigen im Vereinslokal "Bergischer Hof" und ihre Heimat fanden. Im 2. Weltkrieg teilten die Langenberger das Schicksal mit vielen anderen- es lief nichts mehr. Eine handvoll älterer Züchter hospitierte bis 1946 beim Velberter Verein. 16 Züchter setzten 1947 den Langenberger Verein wieder in Bewegung.

Die Grundlagen waren stehts kameradschaftliche Zusammenarbeit, sodass man auf eine ununterbrochene Serie von weit über 50 Lokalschauen sehen kann indem er sich entfalten konnte. Die erste davon war schon 1948. 1996 feierte der RGZV sein 125 Jubiläum. Heute besteht der Verein 143 Jahre, und präsentierte 2013 seine 65. Lokalschau. In Jahr 2014 musste leider unsere Schau, aus Krankheitsgründen mehrere Zuchtkollegen und somit auch Tiermangels, ausfallen. Jedoch sind wir zuversichtlich für das Jahr 2015 in dem wir uns wieder auf unsere Vereinsschau freuen.

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                                    "Bei dem Hausmeister piepst's wohl"


 Chronik

Aller Anfang war schwer ...

Die Anfänge einer Rassegeflügelzucht waren in allen deutschen Landen wohl identisch. Von Rassen im heutigen Sinne Konnte noch keine Rede sein. Man hielt nun vermehrt Geflügel aller Arten zur Eigenversorgung oder Vermarktung. Nun liegt es in der Genetischen Natur der Haustierhaltung, dass sich in eingegrenzten Populationen bedeutend eher als in der freien Wildbahn einheitlichere Stämme herausbilden. Frei nach Darwin kann man das als Evolution im Stall bezeichnen, die durch menschliche Auslese nur eben viel schneller zu den gewünschten oder auch zufälligen Ergebnissen führt. Zu letzteren gehören vornehmlich Mutationen, wie sie auch in der freien Natur immer wieder mal auftreten. Später wurden durch Kombinationen neuer Varianten geschaffen. Bevor der Mensch bewusst seine Hand im Spiel hatte, entwickelten sich auch die einheitlichen Haustierarten nur nach der Regeln der Natur, das heißt grob gesehen die Anpassung. Bodenständiges Geflügel entwickelte nach und nach spezielle äußere Merkmale wie auch Leistungsanlage, um so mit seiner jeweiligen Umwelt möglichst gut fertig zu werden. Dazu gehörten u.a. klimatische Verhältnisse, insbesondere strenge Winter, Höhenlagen, ganz einfach sämtliche Haltungsbedingungen einschließlich der Futtergrundlagen. Habitus und Namen vieler Rassen weisen noch heute auf ihre Ursprünge hin.

Das Geflügel an sich stammt hauptsächlich aus dem asiatischen Großraum. Speziell die Hühnervögel wurden dort schon vor Jahrhunderten domestiziert. Um 500 v. Chr. kannte man in Ägypten schon die Kunstbrut und selbst eine Reihe von Rassen. Über Italien gelangten sie erst zur Zeit der römischen Herrschaft im größeren Umfang nach Mitteleuropa und bildeten die Grundlage der regionalen Entwicklungen diesseits der Alpen. Diese stets leichteren und lebhaften Schläge zählt man heute noch zu den sogenannten Mittelmeerrassen.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gaben hauptsächlich Importe aus England den großen Schub zur Rassezucht. In der Regel waren das großformatige Tiere oder Kämpfer asiatischen oder amerikanischen Ursprungs mit teils völlig neuen Farben und Zeichnungen. Der Engländer ist als begnadeter Züchter bekannt und hatte seinerseits schon eigene Rassen geschaffen. Diese ergaben mit heimischen Rassen kombiniert weitere Kreationen, so dass inklusive der Reinzuchten schon früh eine relativ große Auswahl zur Verfügung stand.

Später und bis in ihre heutige Blütezeit wurden fast sämtliche Rassen noch im Zwergformat herausgezüchtet. Die dafür notwendigen "Urzwerge" gingen den gleichen Weg.

Die meisten Gänse- und Entenrassen sind dagegen aus den europäischen Wildlingen hervorgegangen. Neben der Höckergans kamen via England mit den Cayugas, Smaragdenten, Peking- und Indischen Laufenten bedeutende überseeische Rassen hinzu. Eine Sonderstellung nehmen die südamerikanische Warzenente und die nordamerikanische Pute ein, die wie das afrikanische Perlhuhn in ihrer Wildform weitgehend erhalten geblieben sind und nur in diversen Farbenschlägen gezüchtet werden.

Die unwahrscheinliche Vielfalt an Tauben stammt von der Felsentaube  ab. Von Westeuropa über Kleinasien bis in den indischen Raum wurden sich schon früh domestiziert. Als noch niemand  an die heutige Brieftaube dachte, benutzen die "alten Ägypter" schon Carrier als vortreffliche Botentauben. Deutschland wurde das klassische Farbentaubenland, während in Osteuropa und Kleinasien spezielle Formen und Flugleistungen im Vordergrund standen. Hauptsächlich mit dem Handel über Seehäfen von Holland bis in den Ostseeraum gelangten die Flieger in unsere Breiten und wurden oft zu Stammvätern neuer Kreationen.

Nach diesem kurzem Abstecher in die Geschichte kann man doch folgern, dass es im hiesigen Raum schon vor der Vereinsgründung zumindest die Anfänge einer Rassezucht gegeben haben muss. inwieweit oder ob Langenberger Züchter auf diese Entwicklung Einfluss genommen hatten, ist uns nicht bekannt. Überhaupt sind sämtliche vereinsinternen Unterlagen in den Wirren zweier Weltkriege verschollen. Nach anderen authentischen Quellen gab es aus den Anfängen ohnehin nur spärliche Protokolle. Dazu muss man sich mal in die damalige Zeit versetzen und vor allem die alltäglichen Lebensbedingungen bedenken. Die große Mehrheit war nämlich alles andere als mit Gütern gesegnet. Dem kleinen Kötter mit allenfalls noch einem Webstuhl half u.a. auch sein Geflügel, um halbwegs über die Runden zu kommen. Regelmäßige Versammlungen im Wirtshaus waren nicht drin, höchstens zu außergewöhnlichen Anlässen. Dafür traf man sich sonntäglich reihum in den Ställen, aktiv, effektiv, jedoch in der Regel ohne Protokoll.

Außer der Zucht steckte ja das Vereinswesen selbst auch noch in den Kinderschuhen, von Standards oder heutigen Richtverfahren nicht zu reden. Der älteste deutsche Verein überhaupt, von Robert Oettel 1852 im sächsischen Görlitz gegründet, bestand vor uns gerade mal 19 Jahre. Erst zehn Jahre nach den Langenbergern formierte sich der Klub Deutsch-Ungarischer Geflügelzüchter, der Vorläufer unseres B.D.R.G.

Fürst Otto von Bismarck gründete 1871 das Deutsche Reich, im gleichen Jahr wurde in dem noch kleinen Langenberg unter Bürgermeister Frowein das erste Rathaus erstellt. Das Auto war noch nicht erfunden, lediglich per Eisenbahn gab es die ersten schnelleren Verbindungen im Reich. Allerdings verkehrte die Prinz-Wihelm-Bahn bereits seit 1847 via Langenberg zwischen Vohwinkel und Steele. Auch lange vorher nahmen vor allem die täglichen Kohlentransporte mit Packpferden zwischen Ruhr und dem Bergischen Land den gleichen Weg. Langenberg war nicht nur Durchgangsstation, sondern für damalige Verhältnisse mit zahlreichen Raststätten gesegnet. Noch heute weist das Schild "Zur Taube" auf die älteste westdeutsche Gaststätte hin. Auf allen stark benutzen Routen blühte natürlich auch der Handel mit lebenden Naturalien. Darunter werden mit Sicherheit auch so etwas wie "Rassen" gewesen sein.

Im ersten Langenberger Geflügelzüchter-Verein schlossen sich anno 1871 Halter und Züchter jeder Couleur zusammen. Wegen der völlig anders gelagerten Zielsetzungen und Wertungen machten sich die Brieftaubenfreunde schon ein Jahr später unter dem Namen "Fauna" selbständig, um ihre eigenen Interessen besser verwirklichen zu können. Mit ihnen gingen auch die Gründungsunterlagen (verloren). Aufgrund der bescheidenen Verhältnisse hielt man vor und noch längere Zeit nach der Vereinsgründung neben diversen Tauben hauptsächlich robuste bergische-westfälische Rassen. Die schon angesprochenen Englandimporte wurden anfangs nämlich zu heute noch horrenden Preisen gehandelt - in Goldmark!

Gerade deswegen setzte zweifellos die erste allgemeine Blütezeit ein, die Rassezucht an sich. Das Rassegeflügel wurde hoffähig!

Mittelstand und Adel machten daraus ihre Liebhaberei... und natürlich prima Geschäfte. Wo viel Geld im Spiel ist, wird die Leistung gefördert, es gibt weiteren Antrieb.

In diesem Sog bekam auch der Langenberger Verein schon weit vor der Jahrhundertwende personell und züchterisch immer mehr Oberwasser. Dem ersten Hoch bereitete er der 1. Weltkrieg abrupt ein Ende, dass Vereinsleben kam total zum Erliegen. Schon kurz nach Kriegsende fand man sich wieder zusammen. Nach der NS-Machtergreifung schlingerte das gesamte B.D.R.G.-Schiff dahin. Schon früh wurde alles in Fachschaften gleichgeschaltet. Der völkische Rassenhass machte selbst vor Tieren nicht Halt, außer ein paar Hochleistungsrassen fiel alles andere in Ungnade oder wurde kaum für förderungswürdig befunden. Die Liebhaberzucht war gelähmt und bekam durch den Krieg weitere Nackenschläge, auch kam so mancher Züchter nicht mehr heim.

Wie eingangs schon erwähnt, sind bis dato alle offiziellen Unterlagen verloren gegangen.

Mit dankenswerter Hilfe des Stadtarchivs auf Schloss Hardenberg haben wir dennoch etwas Licht in die Vergangenheit bringen können. In selbst lokalen Pressebeiträgen fand sich nicht auf andere Vereine. Nur an Kaisers Geburtstag ließ man die militärisch angehauchten Klubs hochleben. Erst auf den großzügigen Anzeigenseiten wurden wir dann fündig. Allgemein mussten derzeit wohl alle Ankündigungen , Termine oder sonstige Ereignisse über ein Inserat unter die Leute gebracht werden.

Unter den Vereinsgründern finden sich Namen wir Knür, Völker, Sondermann, Giesenhaus, Witte, Faust, Thielemann, Ortmann und Seipenbusch, die später teilweise in 2. und 3. Generation verschiedene Funktionen ausübten.

Heinrich Knür sen. als erster Vorsitzender wurde später auch als Brieftaubenzüchter über die näheren Grenzen bekannt. Deshalb wurden die ersten Schauen in den achtziger Jahren mit Brieftauben und anderen Kleintieren kombiniert.

Der Sitz des Vereins war in den ersten Jahrzehnten bei Sondermann in Bonsfeld, das Einzugsgebiet reichte bis zur Winzermark. Während sich dort viel später der Geflügelzuchtverein Viktoria etablierte, entstand an der entgegengesetzten Peripherie Langenbergs im Richrather Raum ein weiterer Verein. Die seit 1893 bei Nieding tagende "Germania" veranstaltete zwar 1895 eine erste Ausstellung, muss sich jedoch nicht allzu lange gehalten haben.

Im Gegensatz zu heute schienen die Schautermine an keine feste Jahreszeit gebunden gewesen zu sein. So fiel die erste große "Allgemeine Rassegeflügel-Ausstellung" der Langenberger in den Juli 1894. Was sich aus den Anfängen bis dahin getan haben muss, erkennt man allein an den ausgestellten 200 (!) Stämmen, von denen wir heute nur noch träumen können.

Auch auf den damaligen Großschauen war man höchst erfolgreich. In Essen und Duisburg z.B: errang August Völker 1899/1900 die silberne und goldene Staatsmedaille ! Dass 1899 bei Sondermann eine  große Geflügelauktion stattfand (wahrscheinlich nicht die einzige), zeugt weiter von Aktivitäten wie über die Grenzen bekannt gutem Tiermaterial.

Ab 1895 bis zum ersten Höhenflug. Die folgenden vier Jahre leisteten ebenso ganze Arbeit, alles war am Boden zerstört.

Schon im März 1919 rief ein Komitee in die Vogtei bei Grünewald zur Gründung eines Rassegeflügelzuchtvereins auf wobei der Begriff "Gründung" besser mit "Wiederbelebung" bezeichnet worden wäre. Tatsächlich bestand nämlich das "Komitee" aus alten gestandenen Mitgliedern, Willi Hoddick soll trotz aller Wirren bis 1918 sogar den Vorsitz innegehabt haben. Echt neu und nicht mehr wie im vorherigen Jahrhundert waren andere Kriterien, z.B. wurde erstmals eine eigene Satzung aufgestellt.

Außerdem ist der Verein am Langenberger Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen worden. Mit dem 1. Vorsitzenden Walter Knür gehörten noch Wilhem Hoddick, Clemens Heinen und Ernst Giesenhaus zum beglaubigten geschäftsführenden Vorstand. Ab 1921 wurden wieder Schauen abgehalten , die mit Unterbrechungen bis zum "100-jährigen" im Vereinslokal "Bergischer Hof" ihre Heimat fanden.

Obwohl in dieser Richtung samt der Mitgliederzahl alles bestens anlief, standen die folgenden Jahre unter keinem guten Stern. Erst die Nachkriegswehen, später die Inflation und Massenarbeitslosigkeit führten zu erheblichen Problemen in der Futterbeschaffung. Damit war der Vorstand mehr als mit allem anderen beschäftigt. Was zu organisieren war, wurde wöchentlich pfundweise zugeteilt.

Über die dreißiger Jahre, auch für die Kleintierzucht ein Trauma, wollen wir uns nicht näher auslassen. Im 2. Weltkrieg teilten die Langenberger das Schicksal mit vielen anderen - es lief nichts mehr. Eine Handvoll ältere Züchter hospitierte bis 1946 beim Velberter Verein.

Unter der Leitung von Fritz Hohaus, Mitglied seit 1939, setzten 16 Züchter 1947 den Langenberger Verein wieder in Bewegung Die Bedingung waren anfangs kaum anders als anno 1919. das folgende letzte halbe Jahrhundert sollte jedoch ohne negative äußere Einflüsse und dank kontinuierlicher Arbeit zur insgesamt besten Phase der Vereinsgeschichte werden. Fritz Hohaus hatte über drei Jahrzehnte alles im Griff, wurde sozusagen der Vater des Vereins, hatte aber auch stets eine gute Mannschaft zur Seite.

Stellvertretend sei Karl Nöcker erwähnt, der 26 Jahre ohne Fehl und Tadel die Finanzen verwaltete. Solide Verhältnisse, ein nach und nach vervollständigter eigener Käfigbestand und kameradschaftliche Zusammenarbeit gehörten zu den Grundlagen, auf denen sich eine ununterbrochene Serie von 50 (!) Lokalschauen entfalten konnte, die erste davon bereits 1948.

25 Jahre im Vereinslokal Bergischer Hof, dann ab und mit dem "100-Jährigen" in der Turnhalle Wiemhof, die letzten fünf Jahre in der Turnhalle Donnerstraße. Das war nur dank der großzügigen Unterstützung durch Rat und Verwaltung in Alt-Langenberg möglich, nach der Eingemeindung hatten wir aber auch generell keinen Grund zur Klage. Keine Schau ohne "OB", von W. Theleu bis zu K. Mühlhoff und H. Schemken. Den Vogel schoss aber Heinrich Ellinghaus ab, der nach dem Krieg keine Eröffnung (47 mal) ausließ und bis hin zum Landesverband Ehrenmitglied wurde. Daneben sich wir zahlreiche Damen und Herren aus dem Stadtrat zu Dank verpflichtet. Mit unseren Tagungslokalen hatten wir dagegen weniger Glück. Wegen Schließungen ging es zum Klösterken, Bahnhof und letztlich in die Bürgerhaus-Stuben.

Mit dem Einzug in die Turnhalle Wiemhof bekamen die Ausstellungen eine neue Dimension, auch die notwendige kleine Gastronomie für unsere Besucher gehörte dazu. Was heute als moderne Öffentlichkeitsarbeit mit wirksamer Präsentationpropagiert wird , ist in Langenberg schon seit einem Vierteljahrhundert ein alter Hut!

Der monotone Reihenaufbau ist verpönt, für unsere Größenordnung bauen wir stets ein neues "Schaubild" zusammen. Unsere "Show" ist ein Markenzeichen geworden und wird von der Bevölkerung gern und zahlreich besucht.

Zum 100-Jährigen unter dem neuen Vorsitzenden Adolf Funke stellten 17 Aussteller 66 Farbenschläge aus 45 Rassen aus. Diese Zahlen wurden anschließend nie wieder erreicht. Leider fehlten uns für überörtliche Schauen die entsprechenden Räume. Dafür richteten wir 10 Jahre später zum kleineren Jubiläum den Weltkrieg der Bergischen Kräher am Glasdeckel aus - mit einem bis dato nicht bekannten Preisregen. Regen gab es auch sonst reichlich, ein Dämpfer für die einmalige Veranstaltung. Es wären mehr Schirme als die Schirmherrschaft von Hans-Otto  Bäumer nötig gewesen ! 

H.J. Wittlich wurde 1970 Preisrichter. Zu der Zeit hatten mehrere Züchter ihre Tiere auf ein Niveau gebracht, um auf den größten Schauen bestehen zu können. In der Folge wurden dann auch immer wieder Spitzenpreise  und Höchstnoten errungen.  Rein zahlenmäßig war Langenberg nie der starke Verein, für den er zuweilen gehalten wird. Unsere Stärke lag und liegt vielmehr in dem Engagement der relativ wenigen Aktiven, und zwar in jeder Beziehung. Allein darin sind seit über 20 Jahren ganze Serien von Vereinsmeisterschaften begründet. Die Mannschaft zieht geschlossen mit, möge es immer so bleiben. 

Individuelle Erfolge fallen einem selbst mit gängigen Rassen nicht in den Schoß. Aber auch mehrere (bis dato) Raritäten gelangten via Langenberg zu einem hohen Zuchtstand und guter Verbreitung. Streicher-Enten, blaue Wyandotten und wildfarbige Seidenhühner gehören dazu, moderne Zwerg-Kämpfer blau-gold und jüngst noch rotgesprenkelte Orientalische Roller mussten völlig neu erzüchtet werden. Dass es mit der Zucht weiterhin gut bestellt sein wird, dafür bürgen jüngere und sehr engagierte Züchter und eine unter F. Marquardt wiederaufstrebende Jugendgruppe.

 Nachdem H.J. Wittlich 1991 nach elf Jahren den Vorsitz an Sigurd Langenkamp übergab liefen die "Geschäfte" in allen Belangen wie am Schnürchen weiter. Hinter einem aus Jung und Alt bestens besetzten Vorstand steht eine geschlossene Mannschaft. Wo stünden wir trotz allem aber ohne unsere "Frau-Schaft"?

Die Feten, die Zucht oder erst recht die Ausstellungen wären ohne sie so nicht möglich gewesen !! Hoffentlich haben wir sie noch lange dabei, unsere Damen mit Töchtern: Eva und Ricarda Kiesel, Ulla Marquardt und Monika Floß, Lore Langenkamp und Silke Müller, Margret Wittlich und Monika Hoffmann, sowie die "Ullas" Thelen und Gehrmann.

Zu den persönlichen und Vereinserfolgen haben alle im Mitgliederverzeichnis aufgeführten Züchter beigetragen. Ob im Kreis Mettmann, Sonderverein oder Bund, stets haben sich die Langenberger auch überörtlich zur Verfügung gestellt.

In den letzten Jahrzehnten blieben die Trauerfälle die einzigen Wermutstropfen, wenn  wir mal wieder einen alten verdienten Zuchtfreund auf seinem letzten Weg begleiten mussten. Wir verneigen uns in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor unseren Toten, wollen sie niemals vergessen und in ihrem Sinne die 125-jährige Tradition fortführen!

Uwe Droste

Heinz Jürgen Wittlich

 

100 Jahre R.G.Z.V. Langenberg (1971)


An diesem Wochenende konnte der Langenberger Rassegeflügelzuchtverein auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grunde veranstaltete der Verein eine große Geflügelschau, wie sie bisher noch nicht zu sehen war in Langenberg.

Die Stadt hatte aus diesem Grunde freundlicherweise die Turnhalle des Gymnasiums zur Verfügung gestellt, in der über 350 prächtige Tiere gezeigt wurden. Die Ausstellung wurde am Samstagmorgen durch den 1. Vorsitzenden Adolf Funke eröffnet, der neben Landrat Müser, Bürgermeister Wihelm Teleu, den Städtischen Oberverwaltungsrat Kurt-Heiz Ebbinghaus, sowie den früheren Bürgermeister Heinrich Ellinghaus begrüßen konnte. Daneben hatte sich Kreisverbandsvorsitzender Carl Heckmüller und Geschäftsführeer Wilhelm Rehkämper eingefunden. Außerdem nahmen zahlreiche Vorsitzende befreundeter Vereine an der Eröffnung teil. Ehrenvorsitzender Fritz Hohaus gab seiner Freude darüber zum Ausdruck, dass die Ausstellung in der Halle einen solch großen Anklang in der Bevölkerung gefunden habe, so dass die Turnhalle in eine Mehrzweckhalle umwandeln könnten.

Im Verlauf seiner Ausführung ging er dann auch im einzelnen auf die lange Vereinsgeschichte ein, die mit Freud und Leid in all den Jahren verknüpft gewesen sei.

 

Erfreulich sei festzuhalten, dass die jetzige Jubiläumsausstellung gleichzeitig die 25. Vereinsschau nach dem Kriege sei.

Landrat Müser betonte in seinem Grußwort, die hervorragenden Zuchterfolge des Vereins seinen im ganzen Kreis gut bekannt. Sie böten darüber hinaus für den Bürger einen Anreiz und seien dazu angetan, den Kontakt zur Natur nicht zu verlieren.

Glückwünsche des Rates und der Stadt überbrachte Bürgermeister Teleu. Es sei ein Geschenk der Stadt gewesen, das Jubiläum in der Turnhalle zu begehen, meinte Teleu. Sie verschaffe eine lebendigere Atmosphäre und sei dazu angetan, sie auch anderen Kleintierzüchtern zukünftig zur Verfügung zu stellen. Neben einem Wimpel der Stadt überreichte er einen Briefumschlag an den Vorsitzenden Adolf Funke.

Der frühere Bürgermeister Heinrich Ellinghaus, Ehrenmitglied der Vereins, richtete ein Grußwort an die Festversammlung und betonte, dass er bereits zum 16. Male an diesen Ausstellungen teilnehmen dürfe.

Kreisverbandsvorsitzender Carl Heckmüller konnte eine Reihe von verdienten Mitgliedern auszeichnen. Es ist Günter Gehrmann, der mit der silbernen Landesverbandsnadel ausgezeichnet werden konnte. Die goldene Landesverbandsnadel erhielten: Lebrecht Deußen, Ehrenmitglied des Vereins, Emil Kleinkauf, seit 16 Jahren 2. Kassierer, Alois Hackmann, aktiver Züchter und 10 Jahre Zuchtwart, Paul Funke, aktiver Hühnerzüchter seit 16 Jahren, Emil Droste, aktiver Hühner- und Taubenzüchter und Uwe Droste, aktiver Zwerghuhnzüchter; außerdem leitete er 10 Jahre lang die Jugendgruppe.

Mit der silbernen Bundesnadel wurden Karl Nöcker, aktiver Hühnerzüchter und 20 Jahre lang 1. Vereinskassierer und Ernst Lomberg, 18 Jahre lang Schrift- und Protokollführer, geehrt.

SCHWERE AUFGABE

Bei der Preisverteilung der schönsten Tiere hatten die Preisrichter M. Cirkel, Essen, G. Gawlick, Heiligenhaus, H.J. Krützberg, Homberg und H. Schmidt aus Essen keine leichte Aufgabe. Den Gesamtleitungspreis für die 10 besten Tiere errang Heinz Jürgen Wittlich, den Jubiläumsband auf vier beste Zwerghühner Günter Gehrmann und den Jubiläumsband auf vier beste Tauben Alex Kaczor.

Den Kreisverbands-Sonder-E auf vier beste Tauben errang Uwe Droste.

Mit Landesverbandsplaketten wurden ausgezeichnet: Heinz Jürgen Wittlich auf Blaue Wyandotts (vorzüglich), Uwe Droste auf Zwerg-Australorps (hervorragend), H.J. Wittlich auf Orientalische Roller (v); Kreisverbandsehrenpreise errangen: H.J. Wittlich auf Streicher-Enten (hv) und Uwe Droste auf Engl. Zwerg-Kröpfer (hv). Die Landwirtschafskammer-Medaille errang Ernst Kleinkauf auf Italiener (hv).

STADTEHRENPREISE

Mit den Stadtehrenpreisen wurden ausgezeichnet: Kurt Nöcker auf Rheinländer, Günter Gehrmann auf Zwerg-Wyandotts, Fritz Hohaus auf Gimpel-Tauben und Alex Kaczor auf Engl. Zwerg-Kröpfer. Den Genossenschaftspreis errang Heinz Jürgen Wittlich auf federfüßige Zwerge.

An folgende Mitglieder wurden weitere Ehrenpreise vergeben: Uwe Droste, Paul Funke, G. Ressel, Fritz Hohaus (4mal), Adolf Funke 2mal, Arthur Kaczor, Maria Wittkop 2mal, Arthur Schubert 2mal, Günter Gehrmann 3mal, Kurt Faber, Alois Hackmann, U. Goerres, F. Lübbert und H.J. Wittlich 3mal. Die Vereins-Hauptehrenpreise errangen: Adolf Funke und Alex Kaczor jeweils mit der Note hervorragend.

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